SM Zürich (Tag 1 Frauen): Géraldine Di Tizio-Frey stürmt zum Titel – und European Lead
Géraldine Di Tizio-Frey (Photo: athletix.ch)

SM Zürich (Tag 1 Frauen): Géraldine Di Tizio-Frey stürmt zum Titel – und European Lead

sto/ds

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Die Sprinterin Géraldine Di Tizio-Frey sorgte mit ihrer 100-m-Titelpremiere in 10,96 Sekunden für den glanzvollen Schlusspunkt des ersten Tages der Schweizer Meisterschaften in Zürich. Speermeisterin Sabrina Boss erfüllte dank ihrem ersten 60-m-Wurf die Limite für die EM in Birmingham.

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Sabrina Boss (LV Thun) lancierte die SM 2026 mit einem Kracher: Mit einem letzten Wurf auf 60,88 m übertraf die 21-jährige Thunerin als zweite Schweizerin die 60-m-Marke und erfüllte die Limite für die EM in Birmingham (GBR/60,80 m). Ihre persönliche Bestweite pulverisierte die Winter-Wurfmeisterin um mehr als drei Meter.  

Zuvor hatte sich die Schweizer Rekordhalterin Leonie Hügli (LC Kirchberg) mit ihrem letzten Versuch auf 59,71 m zwischenzeitlich an die Spitze gesetzt, wurde jedoch mit Boss’ finalem Wurf noch übertrumpft. «Ich hatte die EM-Quali heute im Kopf. Dass es jetzt über die Direktlimite reicht, ist megacool», freute sich die letztjährige U23-EM-Teilnehmerin über ihre erste Grossanlass-Qualifikation auf Elite-Stufe. Die bronzene Auszeichnung sicherte sich Titelverteidigerin Selina Capaul (BTV Chur) mit 49,86 m. 

100-m-Showdown: Di Tizio-Frey vor Kora und Kouni  
Im fünften Anlauf hat es geklappt: Nach drei Bronzemedaillen und einer silbernen liess sich Géraldine Di Tizio-Frey (LK Zug) erstmals zur Schweiz Meisterin über 100 m küren. Und das just in «ihrem» (Trainings-)Stadion, wo sie 2022 schon den ersten Titel über 200 m gefeiert hatte. «Ich wusste, dass die Konkurrenz stark ist und es ein gutes Rennen brauchen würde», sagte Di Tizio-Frey nach ihrem European Lead erleichtert. 

Das ist ihr gelungen. Mit 10,98 Sekunden als Saisonschnellste angetreten, setzte sich die Hallenmeisterin auf der «piste magique» von CONICA bei einem leichten Rückenwind (0,5 m/s) in 10,96 Sekunden durch und bestätigte damit ihre herausragende Form. Dahinter warfen sich Vorjahressiegerin Salomé Kora (LC Brühl/11,09) und Lokalmatadorin Natacha Kouni (LC Zürich/11,15) ins Ziel. Letztere hatte die EM-Limite (11,18) bereits im Halbfinal in 11,12 erfüllt und schnappte sich ihre zweite Bronzemedaille nach 2020.  

Endstation bildeten die 100-m-Halbfinals für Mujinga Kambundji (STB). Auf den Tag genau acht Monate nach der Geburt ihres Sohnes wurde die seit 2009 ungeschlagene 14-fache 100-m-Meisterin in 11,53 Sekunden gestoppt. Eine Zeit, die 2022 bei ihrem Rekordlauf von 10,89 noch für den Finaleinzug gereicht hatte.  

Während die drei schnellsten Limitenerfüllerinnen Di Tizio-Frey, Kora und Kouni ihre EM-Ambitionen unterstrichen haben, kann Kambundji als Titelverteidigerin über 200 m eine Wildcard für Birmingham in Anspruch nehmen. Die 200-m-Saisonbeste Fabienne Hoenke (LV Fricktal) verzichtete trotz PB (11,26) auf den 100-m-Endlauf zugunsten ihrer Paradedisziplin am Sonntag.  

Erfolgreiche Vielseitigkeitskünstlerinnen  
Im Hammerwerfen, das auf der Sportanlage Sihlhölzli über die Bühne ging, jubelte Ladina Kobler (Amriswil-Athletics) über ihre Titelpremiere samt persönlicher Bestweite (51,37). Am Sonntag tritt die Oberthurgauerin auch im Diskuswerfen an. Livia Odermatt (LC Luzern), die 2022 im Letzigrund noch Bronze im Hochsprung gewonnen hatte, verdiente sich Hammer-Silber mit 49,13 m.   

Apropos Hochsprung: Hier meldete sich Marithé Engondo (Lausanne-Sports), 2022 Schweizer Meisterin in Zürich, zurück auf dem obersten Podium. In 1,89 m entriss sie Céline Weber (LC Zürich/1,85 m) nicht nur die Schweizer Saisonbestleistung, sondern auch den Titel. Ihre Vielseitigkeit hatte Engondo im Mai an den Schweizer Vereinsmeisterschaften in Zürich unter Beweis gestellt, als sie über 400 m Hürden startete.  

Im Weitsprung räumten die Mehrkämpferinnen die Medaillen ab. Marina Zanoni (LC Therwil) verteidigte ihren Titel souverän. Mit 6,34 m übertraf die Baselbieterin ihre Bestweite um 15 cm. Silber und Bronze gingen mit persönlichen Saison- bzw. Karrierebestleistungen an Liana Trümpi (LAV Glarus/6,29 m) und Lucia Acklin (LV Fricktal/6,18 m). 

Über 5000 m tütete U23-Athletin Fabienne Müller (LV Langenthal) ihren ersten SM-Titel ein, nachdem sie auf der Strasse (10 km) und im Crosslauf schon dreimal Silber erlaufen hatte.  

Werro mit Schweizer U23-Rekord im 400-m-Vorlauf 
800-m-Überfliegerin Audrey Werro (CA Belfaux) nutzte den 400-m-Vorlauf für einen Belastungstest im Hinblick die EM in Birmingham. In 50,80 Sekunden umrundete sie das Oval so schnell wie noch nie: PB, U23-Landesrekord und zweitbeste Zeit einer Schweizerin über die Stadionrunde. Zwei Stunden und acht Minuten später zog die letztjährige Weltklasse-Zürich-Siegerin souverän in den 800-m-Final vom Sonntag ein.    

Das sind die Medaillengewinnerinnen des ersten Tages der SM in Zürich:  

100 m (RW 0,5 m/s)
1. Géraldine Di Tizio-Frey (LK Zug) 10,96 (SL) 
2. Salomé Kora (LC Brühl) 11,09 (SB) 
3. Natacha Kouni (LC Zürich) 11,15 

5000 m:  
1. Fabienne Müller (LV Langenthal) 16:43,20 
2. Romane Wolhauser (Viseu-Genève) 16:47,56 
3. Malin Rahm (LC Schaffhausen) 16:47,93 

Hoch:   
1. Marithé Engondo (Lausanne-Sports) 1,89 m (SL) 
2. Céline Weber (LC Zürich) 1,85 m 
3. Nadja Lüthi (LC Schaffhausen) 1,79 m 

Weit:  
1. Marina Zanoni (LC Therwil) 6,34 m (PB) 
2. Liana Trümpi (LAV Glarus) 6,29 m (SB) 
3. Lucia Acklin (LV Fricktal) 6,18 m (PB) 

Hammer:  
1. Ladina Kobler (Amriswil-Athletics) 51,37 m (=PB) 
2. Livia Odermatt (LC Luzern) 49,13 m 
3. Melissa Wohlwend (LC Frauenfeld) 47,91 m (SB) 

Speer:   
1. Sabrina Boss (LV Thun) 60,88 m (PB) 
2. Leonie Hügli (LC Kirchberg) 59,71 m 
3. Selina Capaul (BTV Chur) 49,86 m 

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